Krabbenpulen auf Amrum: Technik, Kauf und Tipps

Wie du Nordseekrabben richtig pulst, wo es auf Amrum Krabben vom Kutter gibt, wann Saison ist und wie du die leicht verderbliche Ware lagerst.

Krabbenpulen heißt, die gekochten Nordseegarnelen aus ihrer dünnen Schale zu lösen. Das klappt am besten so: Du fasst die Krabbe mit einer Hand am Kopf und mit der anderen am Schwanz, drückst beide Enden leicht gegeneinander und drehst, bis der Panzer in der Mitte aufbricht. Dann ziehst du die Schale vom Schwanz und das Fleisch aus dem Kopfteil. Nach etwas Übung geht das deutlich flotter. Ungepulte Krabben bekommst du auf Amrum direkt vom Kutter. Am Seezeichenhafen in Wittdün verkauft ein Amrumer Krabbenfischer seinen Fang, allerdings ohne feste Zeiten, je nach Gezeiten und Fangfahrt. Mehr Krabben gibt es meist ab dem Spätsommer, im Winter fällt der Fang geringer aus oder ganz aus. Weil die Ware vom Kutter ohne Konservierungsstoffe verkauft wird, gehört sie schnell in den Kühlschrank und bald auf den Tisch.

Krabbenpulen auf Amrum: Technik, Kauf und Tipps

Was sind Nordseekrabben eigentlich?

Wer an der Nordsee von Krabben spricht, meint die Nordseegarnele, mit wissenschaftlichem Namen Crangon crangon. Mit den Krabben aus dem Biologiebuch, die seitwärts laufen, hat sie wenig zu tun. Andere Namen sind Sand- oder Strandgarnele, an der Küste hört man auch Granat oder Porren, und in der Küche sagt man einfach Krabben.

Ausgewachsene Nordseegarnelen werden bis zu 9,5 Zentimeter lang, die Männchen bleiben kleiner. Ihr Körper ist gräulich-braun, und über Pigmentzellen passen sie ihre Farbe an den Untergrund an. Tagsüber liegen sie meist flach im Sand vergraben, erst mit Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv. Sie sind Lauerjäger und fressen unter anderem Kleinkrebse, Würmer und junge Fische. Ihr Lebensraum ist das flache Wasser des Wattenmeers, das rund um Amrum als Nationalpark geschützt ist. Wie dieses Schutzgebiet aufgebaut ist, erklärt unser Beitrag zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Rosa werden die Tiere erst im Kochtopf. Lebend sind sie unscheinbar graubraun und auf dem Wattboden kaum zu entdecken. Wenn bei einer Wattwanderung eine kleine Garnele vor deinen Füßen davonhuscht, ist es gut möglich, dass es eine von ihnen ist.

Wie kommen die Krabben vom Watt auf den Teller?

Gefischt wird mit Kuttern und der Baumkurre, einem Grundschleppnetz, dessen Öffnung ein Querbaum offen hält. Diese Methode gibt es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Netze im Wattenmeer sind schon aus dem 17. Jahrhundert bekannt. Noch an Bord werden die Krabben lebend in Seewasser gekocht und bekommen dabei ihre rosa bis rotbraune Farbe.

Was danach passiert, hängt vom Weg ab. Krabben für den Großhandel werden beim Sortieren an Land mit einem Gemisch aus Kochsalz, Benzoesäure und Zitronensäure haltbar gemacht. Gepult wird der größte Teil heute nicht mehr an der Küste. Bis in die 1960er Jahre geschah das in Deutschland vor allem in Heimarbeit, inzwischen verbieten EU-Hygienevorschriften das Pulen zu Hause für den Verkauf. Die Krabben reisen deshalb unter anderem nach Marokko, Polen oder Belarus und kommen gepult zurück. Schälmaschinen gibt es zwar seit Jahren, sie liefern aber weniger Ausbeute, und das maschinelle Schälen ist teurer als die Handarbeit im Ausland.

Ganz anders ist es, wenn du direkt am Kutter kaufst. Dann bekommst du die Krabben so, wie sie aus dem Kochtopf an Bord kommen, ungepult und unkonserviert. Das Pulen übernimmst du selbst, und genau das macht für viele Gäste den Reiz aus. Wer beim Einkaufen auf Herkunft und kurze Wege achtet, findet weitere Ideen im Beitrag über lokale Produkte und Slow Food auf Amrum.

Krabbenpulen lernen

Wann ist Krabbensaison?

Gefischt wird fast das ganze Jahr. Im Winter, etwa von Ende November bis Februar, ziehen sich die Tiere in tiefere Gewässer zurück, und der Fang fällt geringer aus oder ganz aus. Ein Föhrer Fischhändler sagte 2017 der Amrum News, die Bestände seien zwischen Mai und Juli niedriger als ab September. Der Spätsommer und der Herbst gelten deshalb als gute Zeit für Krabben. Garantien gibt es keine, denn wie viel ins Netz geht, hängt von Wetter, Wassertemperatur und Bestand ab.

Wo bekommst du auf Amrum Krabben vom Kutter?

Ein Amrumer Krabbenfischer verkauft seinen Fang direkt auf der Insel. Sein Kutter, die „Butjadingen“, liegt im Seezeichenhafen von Wittdün, auch Tonnenhafen genannt. Dort verkauft die Familie des Fischers die frisch gekochten Krabben direkt vom Kutter. So steht es auf dem Portal „Fisch vom Kutter“, und auch eine private Amrum-Infoseite nennt mit Stand Mai 2026 den Bereich am Yachthafen nahe dem Seezeichenhafen als Verkaufsstelle. Früher wurde an der Mole in Steenodde verkauft. Ab der Inselstraße erreichst du den Hafen über die Straße „Zum Tonnenhafen“, die gegenüber dem Badeland abgeht, oder zu Fuß über die Promenade an der Wittdüner Bucht.

Feste Verkaufszeiten gibt es nicht. Der Kutter fährt nach Gezeiten und Fangtour, und einen Teil des Fangs verkauft der Fischer auch im Hafen von Dagebüll. Achte deshalb auf den Aushang am Steuerhaus. Mitunter sind auch ein paar frische Fische dabei, die mit ins Netz gegangen sind. Eine Kühltasche und ein gut schließender Behälter machen den Heimweg in die Ferienwohnung leichter. Mehr über den Ort am Hafen steht in unserem Porträt von Wittdün auf der Nordseeinsel Amrum.

Wer sehen möchte, wie der Fang an Bord abläuft, kann eine Fahrt mit dem Amrumer Ausflugsschiff „Eilun“ einplanen. Zum Saisonstart 2026 berichtete die Amrum News, dass neben Touren zu den Seehundsbänken und Halligen später auch Krabbenfangfahrten hinzukommen sollen. Termine und ob die Fahrten im Herbst noch stattfinden, erfährst du beim Anbieter. Welche Ausflüge ab Amrum es sonst noch gibt, findest du in unserem Überblick über Bootstouren und Schiffsausflüge ab Amrum.

Und wenn es einmal schnell gehen soll: Gepulte Krabben gibt es auf der Insel auch fertig im Brötchen. Wo du gut isst, steht in unserem Beitrag über Restaurants und Cafés auf Amrum.

Schritt für Schritt: So pulst du Krabben

Es gibt mehrere Techniken, und fast jede Familie an der Küste schwört auf ihre eigene. Zwei Wege funktionieren für Einsteiger besonders gut.

Drehen und ziehen: Nimm die Krabbe zwischen Daumen und Zeigefinger beider Hände, eine Hand am Kopf, die andere am Schwanzende. Drück die Enden leicht gegeneinander und dreh sie gegenläufig, bis der Panzer etwa in der Mitte knackt. Zieh nun das Schwanzende ab, meist kommt dabei die hintere Schale gleich mit. Anschließend ziehst du das Fleisch vorsichtig aus dem Kopfteil.

Schwanz zuerst: Knick das Schwanzende mit dem kleinen Fächer ab. Dann drückst du mit Daumen und Zeigefinger von hinten auf den restlichen Panzer, bis das Fleisch vorne herausrutscht oder sich mit einem leichten Zug löst. Diese Methode braucht etwas mehr Gefühl, ist aber schnell, wenn sie einmal sitzt.

Ein paar Dinge erleichtern die Arbeit. Stell dir eine Schüssel für das Fleisch und eine für die Schalen bereit und leg Zeitungspapier oder ein Tuch unter. Reiß nicht zu fest, sonst bleibt die Hälfte des Fleischs in der Schale. Und rechne mit Schwund: Aus drei Kilo ungepulten Krabben bleibt etwa ein Kilo Fleisch. Wenn du für ein Abendessen pulst, lohnt es sich, zu zweit oder zu dritt am Tisch zu sitzen.

Auch Kinder haben oft Spaß daran, solange die Portion überschaubar bleibt. Ein kleiner Wettbewerb, wer die meisten Krabben ganz aus der Schale bekommt, sorgt für Konzentration. Sinnvoll ist es, vorher zu klären, ob in der Familie jemand auf Krebstiere allergisch reagiert.

Lagerung und Hygiene: Was du wissen solltest

Krabben vom Kutter enthalten keine Konservierungsstoffe und sind leicht verderblich. Lass sie nicht in der Sonne oder im warmen Auto stehen, sondern bring sie zügig in den Kühlschrank. Am besten pulst und isst du sie am Kauftag. Gepultes Fleisch bewahrst du abgedeckt im Kühlschrank auf und verbrauchst es rasch. Riechen Krabben unangenehm stechend oder säuerlich, gehören sie nicht mehr auf den Teller.

Wasch dir vor und nach dem Pulen die Hände, und halte Schalen und Fleisch getrennt. Die Schalen kommen nach dem Essen gut verpackt in den Müll, damit sie in der Ferienwohnung keinen Geruch verbreiten. Krebstiere zählen zu den Hauptallergenen, die in der EU auf Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen. Wer unsicher ist, ob er sie verträgt, probiert lieber vorsichtig oder verzichtet.

Was du mit den gepulten Krabben machst

Der Klassiker ist das Krabbenbrot: eine Scheibe kräftiges Brot mit Butter, darauf reichlich Krabben, ein Spritzer Zitrone und nach Geschmack ein Spiegelei. Ebenso beliebt ist Rührei mit Krabben und Schnittlauch, schnell gemacht und mit Bratkartoffeln ein vollständiges Abendessen. Wer mehr über die Küche der Region erfahren möchte, liest unseren Beitrag über die nordfriesische Inselküche auf Amrum und Föhr.

Für die Zeit nach dem Urlaub haben wir einige Rezeptklassiker von der Insel zum Nachkochen gesammelt. So schmeckt es auch zu Hause ein bisschen nach Nordsee.

Kurze Wege zum Hafen in Wittdün

Wer Krabben direkt vom Kutter holen möchte, wohnt am praktischsten in Wittdün. Die Ferienwohnung „Seelöwe 9“ in der Inselstraße hat eine geschlossene Küche mit Spülmaschine und Backofen, einen Balkon mit Meerblick und Platz für bis zu vier Personen, Hunde sind erlaubt. Zu zweit passt die Ferienwohnung „Mein Meerblick“ im Haus Nordenlicht, dritter Stock mit Aufzug, offener Küche mit Vier-Platten-Herd und Meerblick, von der Loggia schaust du seitlich auf den Seezeichenhafen. Die Ferienwohnung „Therese 12“ liegt etwa 100 Meter vom Meer entfernt, hat eine geschlossene Küche mit Spülmaschine und einen Garten, in dem sich an warmen Abenden draußen pulen lässt.

FAQ — Häufige Fragen zum Krabbenpulen auf Amrum

Sind Nordseekrabben echte Krabben?

Nein. Es sind Garnelen mit dem wissenschaftlichen Namen Crangon crangon. „Krabben“ ist der Name aus der Küchensprache.

Welche anderen Namen haben Nordseekrabben?

An der Küste sagt man auch Granat oder Porren. Weitere Namen sind Sand- oder Strandgarnele.

Wo kann ich auf Amrum Krabben vom Kutter kaufen?

Am Seezeichenhafen in Wittdün, wo ein Amrumer Krabbenfischer seinen Fang verkauft. Verkaufstage hängen von Gezeiten und Fang ab, ein Aushang am Steuerhaus informiert.

Gibt es feste Verkaufszeiten am Kutter?

Nein. Der Kutter fährt nach Gezeiten und Fangtour, deshalb lohnt sich ein Blick auf den Aushang vor Ort.

Wann ist die beste Zeit für Krabben?

Meist ab dem Spätsommer und im Herbst. Im Winter fällt der Fang geringer aus oder ganz aus.

Warum werden die meisten Krabben im Ausland gepult?

Weil EU-Hygienevorschriften das Pulen in Heimarbeit für den Verkauf verbieten und Handarbeit im Ausland günstiger ist als Maschinen, wird viel im Ausland gepult, unter anderem in Marokko.

Wie viel Fleisch bleibt nach dem Pulen übrig?

Etwa ein Drittel. Aus drei Kilo ungepulten Krabben bekommst du rund ein Kilo Fleisch.

Wie lange halten Krabben vom Kutter?

Nicht lange, weil sie unkonserviert sind. Kühl lagern und am besten am Kauftag essen.

Kann ich Krabben pulen, ohne es je gelernt zu haben?

Ja. Nach etwas Übung hast du meist den Dreh raus, und es wird spürbar schneller.

Ist Krabbenpulen etwas für Kinder?

Ja, mit einer kleinen Portion und Geduld. Vorher sollte geklärt sein, dass niemand auf Krebstiere allergisch reagiert.

Kann ich beim Krabbenfang zusehen?

Für 2026 wurden für das Amrumer Ausflugsschiff „Eilun“ Krabbenfangfahrten angekündigt. Termine stehen beim Anbieter.

Eine Tüte Krabben, ein Tisch und etwas Zeit

Krabbenpulen ist keine Kunst, aber ein kleines Ritual. Du holst die Tüte am Hafen, setzt dich mit der Familie an den Tisch und hast nach einer Weile ein Schälchen Krabben, das du selbst verdient hast. Besser schmeckt ein Krabbenbrot kaum.

Auf www.amrum-appartements.de findest du Ferienwohnungen in Wittdün, Süddorf, Nebel und Norddorf, viele davon mit gut ausgestatteter Küche und kurzen Wegen zum Wasser.

Veröffentlicht vom Amrum Appartement Centrum