Marktreport 2026: Amrum-Vermietung in Zahlen für Vermieter

Auslastung nach Monat, Buchungsvorlauf, Vertriebskanäle, Preise, Gäste und Ausblick 2027: Der Marktreport aus 130 Amrumer Ferienwohnungen, mit Handout als PDF.

Liebe Vermieterinnen und Vermieter, wie läuft die Ferienvermietung auf Amrum wirklich? Die kurze Antwort: 2025 leicht im Minus, 2026 auf ähnlichem Niveau bei stabilen Preisen, und für 2027 liegt zum Stichtag 29. September rund 16 Prozent mehr im Buch als vor einem Jahr. Dahinter stecken Zahlen, die für Ihre Wohnung wichtiger sind als die Jahressumme: Der August ist zu 97 Prozent belegt, der Januar zu 12. Amrum-Gäste buchen den Sommer im Median sieben Monate im Voraus und den November innerhalb von sechs Wochen. Mehr als die Hälfte aller Buchungen kommt ohne Portal. Die Preise sind seit 2022 um zwölf Prozent gestiegen, die Inflation um elf. Und nur zwei bis dreieinhalb Prozent der angezahlten Buchungen werden storniert.

Für diesen Report haben wir erstmals alle festen Buchungen in den rund 130 Objekten, die das Amrum Appartement Centrum betreut, anonymisiert ausgewertet und mit den amtlichen Statistiken, der Gästebefragung der AmrumTouristik und aktuellen Branchenstudien zusammengeführt. Alle AAC-Werte sind Anteile, Mediane und Veränderungsraten, einzelne Wohnungen sind nicht erkennbar. Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse zusammen. Die vollständige Auswertung mit allen Tabellen, Grafiken und einer Checkliste für 2027 steht als Handout zum Download bereit: Amrum-Vermietung in Zahlen 2026 (PDF, 22 Seiten).

Marktdaten 2026 auf einen Blick

Marktlage 2025/2026: leichter Rückgang, solide im Nordseevergleich

Die AmrumTouristik weist für 2025 gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 3,36 Prozent bei den Ankünften und 3,52 Prozent bei den Übernachtungen aus; bis Ende Oktober waren es 128.381 Gäste und 1.167.259 Übernachtungen nach Meldescheinen. Ein Teil des Minus ist kein Nachfrageproblem, sondern ein Angebotsproblem: Vermietungsverbote, vor allem in der Gemeinde Nebel, und Renovierungen wie an der Alten Post in Wittdün haben die Bettenzahl verringert. Was dahintersteckt, erklärt unser Beitrag zu Vermietungsgenehmigung und Nutzungsänderung auf Amrum. Bei den gewerblichen Betrieben mit mehr als zehn Betten lag Amrum laut Sparkassen-Tourismusbarometer von Januar bis November 2025 nur 0,2 Prozent unter dem Vorjahr, Sylt 1,5 Prozent darüber, Sankt Peter-Ording 2,8 Prozent darunter.

Für 2026 meldete Schleswig-Holstein mit 4,28 Millionen Gästen und 15,8 Millionen Übernachtungen ein Rekordhalbjahr, an dem die Nordsee mit minus einem Prozent nicht beteiligt war; die Gemeinde Sylt legte 1,3 Prozent zu, Wyk auf Föhr verlor 6,3 Prozent. Für Amrum wurden in der Kernferienzeit vom 20. Juli bis 19. August rund 96 Prozent belegte Unterkünfte gemeldet. Die Nordsee-Tourismus-Service GmbH fasst den Sommer in ihrer Bilanz vom 24. September 2026 als solide, aber herausfordernd zusammen: preisbewusstere, kurzfristiger entscheidende Gäste, eine etwas schwächere Auslastung als im Vorjahr, dazu der Appell, Preisanpassungen sensibel abzuwägen und Frühbucherrabatte anzubieten.

Im AAC-Portfolio bestätigt sich das Bild. 2025 lagen Buchungen und Übernachtungen vier Prozent über 2024. Für Anreisen von Januar bis September 2026 lagen bei den 134 Objekten, die in beiden Jahren durchgehend vermietet wurden, die Buchungen gut sieben Prozent und die Übernachtungen vier Prozent unter dem Vorjahr, bei zwei Prozent höheren Nachtpreisen und längeren Aufenthalten von 9,3 statt 9,0 Nächten. Weniger, aber längere Buchungen zu leicht höheren Preisen: eine Verschiebung, kein Einbruch.

Saisonkurve: Der Sommer ist voll, der Winter ist leer

Die Jahresauslastung ist für Vermieter eine wenig hilfreiche Zahl, weil sie August und Januar in einen Topf wirft. Deshalb die Netto-Auslastung 2025 nach Monaten, gerechnet für die 129 Objekte, die das ganze Jahr über aktiv waren. Netto heißt: Sperrzeiten und Eigennutzung sind aus den verfügbaren Nächten herausgerechnet.

Monat Netto-Auslastung Anteil an den Übernachtungen Median-Vorlauf Buchungen innerhalb 30 Tagen
Januar 12 % 1,5 % 59 Tage 29 %
Februar 11 % 1,4 % 46 Tage 36 %
März 23 % 3,5 % 72 Tage 26 %
April 54 % 8,7 % 92 Tage 17 %
Mai 68 % 11,6 % 143 Tage 11 %
Juni 83 % 14,2 % 168 Tage 11 %
Juli 90 % 15,5 % 183 Tage 12 %
August 97 % 16,6 % 219 Tage 5 %
September 79 % 12,9 % 115 Tage 24 %
Oktober 56 % 9,1 % 68 Tage 36 %
November 12 % 1,8 % 45 Tage 40 %
Dezember 22 % 3,2 % 132 Tage 23 %

Über das Jahr ergibt das netto 53 Prozent, brutto 47 Prozent. Der Lodgify-Branchenreport nennt für den deutschen Ferienwohnungsmarkt 2025 rund 53 Prozent, der Deutsche Ferienhausverband für das gesamte deutsche Inventar im August 39 Prozent. Amrum liegt in der Saison weit über dem Bundesschnitt und zahlt dafür im Winter: Von Juni bis September fallen 59 Prozent aller Übernachtungen an, von November bis Februar 8 Prozent.

Ebenso wichtig ist die Spreizung zwischen den Objekten. Die Hälfte der Wohnungen erreicht netto mindestens 52 Prozent, das obere Viertel mehr als 63 Prozent, das obere Zehntel über 72 Prozent; ein Sechstel liegt unter 40 Prozent. Lage, Ausstattung, Größe und Preis erklären diese Unterschiede nach unserer Erfahrung weit besser als das Wetter des jeweiligen Jahres. Wie sich Schultermonate und Winter dennoch beleben lassen, steht im Beitrag zur Auslastung in der Nebensaison auf Amrum.

Buchungsverhalten: früher gebucht, kürzer geblieben, selten storniert

„Kurzfristiger, kürzer, wetterabhängiger“ lautet die Formel der Touristiker für 2026. Für Amrum stimmt sie zur Hälfte. Der Median-Vorlauf zwischen Buchung und Anreise ist im AAC-Portfolio von 109 Tagen im Jahr 2022 auf rund 140 Tage 2025 gestiegen, der Anteil der Buchungen mit mehr als einem Jahr Vorlauf von sieben auf zehn Prozent. Holidu nennt für die Nordsee einen durchschnittlichen Vorlauf von 142 Tagen. Die Kurzfristigkeit findet in der Nebensaison statt: Zwischen Oktober und März kommt fast ein Drittel der Buchungen innerhalb von 30 Tagen vor Anreise, jede siebte innerhalb von 14 Tagen. Der August ist im Frühjahr entschieden, der Oktober wird im September gebucht, meist mit Blick auf die Wettervorhersage für Amrum.

Der Vorlauf hängt vom Gast ab. Wiederkehrer buchen im Median 261 Tage vor Anreise, Erstbucher 104; Familien mit Kindern 169, Gäste ohne Kinder 132; Zwei-Wochen-Aufenthalte 299 Tage, Kurzaufenthalte bis drei Nächte 25 Tage. Telefonische und persönliche Buchungen liegen bei 269 Tagen, Homepage-Buchungen bei 153, booking.com bei 109, Holidu bei 79 Tagen.

Der stärkste Buchungsmonat ist der Januar mit zwölf Prozent aller Buchungseingänge eines Jahres, gefolgt vom September mit elf Prozent; November und Dezember sind mit je fünf Prozent die schwächsten. Für die Anreisen 2025 lagen zum Jahreswechsel 40 Prozent der Buchungen vor, bis Ende März 67 Prozent, bis Ende Juni 84 Prozent. Preise, Kalender und Sperrzeiten für das Folgejahr müssen deshalb im Herbst stehen.

Bei der Aufenthaltsdauer bestätigt sich der Branchentrend, gebremst: Der Anteil der Buchungen mit genau sieben Nächten sank von 33 Prozent 2022 auf 25 Prozent 2025, Aufenthalte von vier bis sechs Nächten stiegen von 18 auf 25 Prozent. Die durchschnittliche Dauer bleibt mit 8,8 Nächten hoch, weil die langen Aufenthalte der Stammgäste die kürzeren Neubuchungen ausgleichen. Beim Anreisetag führt der Samstag mit 33 Prozent vor Sonntag (22), Montag (13) und Freitag (11). Im Juli und August entfallen zwei Drittel der Anreisen auf das Wochenende, zwischen Oktober und März nur die Hälfte.

Die Stornoquote ist niedriger, als viele vermuten. Zählt man nur Buchungen mit geleisteter Anzahlung, wurden 2023 dreieinhalb Prozent der festen Buchungen storniert, 2024 zweieinhalb, 2025 zwei und 2026 bislang gut drei Prozent. Wer in der Buchungssoftware alle Vorgänge mit Status „storniert“ zählt, kommt auf ein Viertel, weil darin abgelaufene Angebote stecken, die nie eine Buchung waren. Die echten Stornierungen betreffen überwiegend Hauptsaisonbuchungen mit langem Vorlauf, nicht die kurzfristigen Herbstgäste. Was Gäste bei Rücktritt erwartet, steht im Beitrag zu Stornierung, Rücktritt und Reiseabbruch.

Die Gäste: Paare, Familien, Wiederkehrer, im Schnitt 59 Jahre alt

Bei 59 Prozent der AAC-Buchungen 2025 reisten zwei Personen, 14 Prozent kamen von Alleinreisenden, 23 Prozent von Gruppen mit drei oder vier Personen. Kinder waren bei 21 Prozent der Buchungen dabei, ein Hund bei 6 Prozent. Die Gäste kommen zu 20 Prozent aus Nordrhein-Westfalen, zu 15 Prozent aus Hamburg, zu 14 Prozent aus Niedersachsen und Bremen, zu 13 Prozent aus Schleswig-Holstein, zu 12 Prozent aus Baden-Württemberg und zu 10 Prozent aus Bayern; Schweiz und Österreich stellen zusammen vier Prozent.

Die Gästebefragung der AmrumTouristik 2025 mit 1.778 Antworten ergänzt das Alter: Der Durchschnitt lag bei 59 Jahren, rund 30 Prozent waren älter als 65, nur vier Prozent jünger als 35. Für 78 Prozent war es mehr als der vierte Besuch, 93 Prozent wollen wiederkommen. Im AAC-Portfolio, in dem sich Gäste seit 2020 nachvollziehen lassen, kamen 29 Prozent der Buchungen 2025 von Wiederkehrern, 2026 bereits 33 Prozent; 19 Prozent buchten erneut dieselbe Wohnung. Wie Sie diese Bindung pflegen, steht im Beitrag über Stammgäste auf Amrum.

Vertriebskanäle: Mehr als die Hälfte kommt ohne Portal

Im Jahr 2025 wurden 54 Prozent aller festen Buchungen und 61 Prozent aller Übernachtungen ohne Portal abgeschlossen. Die Verteilung ist seit 2024 nahezu unverändert; innerhalb der Portale ist booking.com seit 2021 von 26 auf 21 Prozent zurückgegangen, Holidu von 4 auf 9 Prozent gewachsen, FeWo-direkt von unter einem auf fünf Prozent. Airbnb ist im AAC-Portfolio nicht als Buchungskanal vertreten.

Kanal (2025) Anteil Buchungen Anteil Nächte Median Aufenthalt Median Vorlauf Median Preis je Nacht Wiederkehrer
Homepage und Eigentümerportal 37 % 41 % 8 Nächte 153 Tage 139 € 41 %
Telefon, Anfrage, Büro 17 % 21 % 10 Nächte 269 Tage 140 € 56 %
booking.com 21 % 17 % 7 Nächte 109 Tage 157 € 11 %
Holidu 9 % 8 % 7 Nächte 79 Tage 149 € 8 %
FeWo-direkt 5 % 5 % 7 Nächte 104 Tage 163 € 7 %
HomeToGo 4 % 4 % 7 Nächte 110 Tage 155 € 7 %
amrum.de und Travanto 4 % 4 % 7 Nächte 116 Tage 143 € 14 %

Portale sind der Kanal der Neukunden, der Kurzentschlossenen und der Nebensaison: Zwischen 86 und 93 Prozent der Portalgäste hatten vorher nie über das AAC gebucht, von den Buchungen innerhalb von 30 Tagen vor Anreise kamen 56 Prozent über ein Portal, und von Februar bis Mai liegt der Portalanteil bei 50 bis 53 Prozent gegenüber 36 Prozent im August. Der Direktkanal liefert längere Aufenthalte, frühere Buchungen, Wiederkehrer und weniger Stornierungen: 2,1 Prozent bei Homepage-Buchungen gegenüber 4,7 Prozent bei booking.com.

Die höheren Portalpreise erklären sich aus der eingepreisten Provision. Fachportale nennen für booking.com in Deutschland 12 bis 15 Prozent zuzüglich Zuschlägen, FeWo-direkt berechnet 5 plus 3 Prozent, Airbnb seit Dezember 2025 in der Regel 15,5 Prozent, Holidu laut eigenem Magazin 16 Prozent zuzüglich Gebühren. Seit Booking.com Ende 2024 nach dem Digital Markets Act seine Paritätsklauseln im Europäischen Wirtschaftsraum aufgegeben hat, darf die Direktbuchung günstiger sein als das Portal, und beim Amrum Appartement Centrum ist sie das grundsätzlich, wie der Beitrag zur Bestpreis-Garantie erklärt. Bundesweit sieht der Mix anders aus: Der Lodgify-Branchenreport 2026 nennt 52 Prozent Marktanteil für booking.com und 21 Prozent für Direktbuchungen.

Preise: mit der Inflation gestiegen, nicht darüber

Der Median-Nachtpreis lag 2021 bei 124 Euro, 2022 bei 130, 2023 bei 136, 2024 bei 141 und 2025 bei 145 Euro. Bei den 122 Objekten, die 2022 und 2025 durchgehend vermietet wurden, stieg der Median um 12,3 Prozent; die Verbraucherpreise stiegen laut Statistischem Bundesamt im selben Zeitraum um knapp elf Prozent. Die Erhöhung ist ungleich verteilt: Die Hälfte der Objekte hat um höchstens elf Prozent angehoben, 16 Prozent haben die Preise gesenkt, 39 Prozent um mehr als 15 Prozent erhöht. Für 2026 liegt der Median bei gleichen Objekten zwei Prozent über dem Vorjahr, im Sommer moderat gestiegen, im Januar und Februar um 14 bis 24 Prozent gefallen: die Reaktion vieler Eigentümer auf leere Winterkalender.

Nach Gruppengröße zahlten Alleinreisende im Median 104 Euro pro Nacht, Paare 142, vier Personen 207 Euro; pro Person und Nacht sinkt der Preis von 104 auf 71 und 52 Euro. Nach Ort lagen die Mediane in Nebel bei 153 Euro, in Norddorf bei 150, in Wittdün bei 143 und in Süddorf bei 138 Euro. Zwei-Wochen-Aufenthalte kosten pro Nacht zwölf Prozent weniger als eine Woche, Kurzaufenthalte bis drei Nächte acht Prozent mehr. Eine Stellschraube fehlt fast vollständig: Frühbucher zahlen heute denselben Preis wie Kurzentschlossene (143 gegenüber 143 Euro im Median).

Die Gästebefragung gibt dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Insel die Schulnote 3, dem der Gastronomie 3,0, dem der Unterkünfte 2,3; der Gesamteindruck der Unterkünfte liegt bei 1,9. Der Abstand zwischen 1,9 und 2,3 ist die eigentliche Botschaft: Die Wohnungen gefallen, der Preis dafür fühlt sich für viele zu hoch an. Der Expedia-Report „Built to Stay“ (Harris Poll, April 2026, sieben Länder einschließlich Deutschland) zeigt, wofür Gäste mehr zahlen: 86 Prozent für erkennbar höhere Qualität, und Qualität heißt dabei nicht Luxus, sondern außergewöhnliche Sauberkeit (78 Prozent), zuverlässige Grundausstattung wie Geräte und WLAN (78), bequeme Betten und gute Bettwäsche (77), ein schnell reagierender Gastgeber (79) und klare Anreiseinformationen (75). Wie sich Preise nach Saison, Vorlauf und Aufenthaltsdauer staffeln lassen, zeigt der Beitrag zu Preisgestaltung und Dynamic Pricing auf Amrum.

Gäste mit Hund: klein, aber wertvoll für den Winter

Sechs Prozent der festen Buchungen 2025 hatten einen Hund dabei, 2023 bis 2026 stabil zwischen fünf und sechs Prozent. 39 von 144 Objekten hatten überhaupt Hundebuchungen; in diesen Objekten liegt der Hundeanteil bei 23 Prozent. Hundegäste sind Nebensaisongäste: 33 Prozent ihrer Buchungen liegen zwischen Oktober und März, bei Gästen ohne Hund 22 Prozent; im Dezember hat jede sechste Buchung einen Hund dabei, im August jede 27. Sie kommen überproportional über amrum.de, HomeToGo und Holidu, kaum über booking.com. Der oft behauptete Auslastungsvorteil hundefreundlicher Objekte zeigt sich im Portfolio nicht (netto 49 gegenüber 54 Prozent). Hund erlauben lohnt sich für Objekte, die den Winter füllen wollen und deren Ausstattung es verträgt.

Was Gäste suchen und erwarten

Nach Holidu-Daten filtern Urlauber an Nord- und Ostsee besonders häufig nach Parkplatz, Balkon oder Terrasse und WLAN; auffällig ist, dass sowohl „Haustiere erlaubt“ als auch „keine Haustiere“ zu den meistgenutzten Filtern gehören. Diese Angaben gehören in die ersten Zeilen Ihrer Objektbeschreibung. Die Gästebefragung nennt Modernisierung und Barrierefreiheit als Wünsche, und bei einem Durchschnittsalter von 59 Jahren sind bodengleiche Dusche, Haltegriffe, gute Beleuchtung, eine Betthöhe von 50 bis 55 Zentimetern und möglichst wenige Stufen keine Extras, sondern der Unterschied zwischen dem oberen und dem unteren Viertel der Auslastung. Was sich im Herbst am besten erledigen lässt, steht im Herbst-Fahrplan zur Instandhaltung.

Hinzu kommt die Sichtbarkeit. Laut YouGov (Mai 2026) wollen je nach Planungsschritt 17 bis 40 Prozent der Deutschen KI-Assistenten bei der Urlaubsplanung nutzen. KI-Systeme bevorzugen vollständige, strukturierte Objektdaten und aktuelle Bewertungen; eine lückenhafte Objektbeschreibung schadet heute zweimal, bei Google und bei ChatGPT.

Ausblick 2027: Die Stimmung ist schlechter als die Bücher

Der Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung liegt für September bis November 2026 bei 81 Punkten, nach 100 im Herbst 2025. Auf Amrum zeigt das Auftragsbuch das Gegenteil: Zum 29. September 2026 lagen für Oktober bis März fünf Prozent mehr Übernachtungen im Buch als zum Vorjahresstichtag, für den Sommer 2027 16 Prozent mehr, für das gesamte Jahr 2027 ebenfalls rund 16 Prozent mehr. Das passt zur Holidu-Befragung, in der 91 Prozent der Küstenvermieter von stabiler oder steigender Belegung ausgingen. Eine Garantie ist das nicht, aber ein Vorsprung, den man nutzen sollte, zum Beispiel mit früh veröffentlichten Preisen und Belegungsplänen für die Brückentage 2027.

Zwölf Maßnahmen für 2027

Aus den Zahlen ergeben sich zwölf Maßnahmen in drei Gruppen, geordnet nach Aufwand. Die ersten vier kosten nichts außer einer Entscheidung, die nächsten vier betreffen Ihre Preisliste, die letzten vier Ausstattung und Vertrieb.

Kalender und Regeln

1. Folgejahr im Herbst öffnen. Preise, Kalender und Sperrzeiten für 2027 jetzt eintragen. 40 Prozent der Buchungen eines Jahres liegen zum Jahreswechsel bereits vor, der Januar ist der stärkste Buchungsmonat.

2. Eigennutzung in den Winter legen. Eine eigene Woche im Mai kostet im Schnitt zwei Drittel einer vermietbaren Woche, im Januar ein Achtel. Wer im Februar selbst kommt und den Mai freigibt, gewinnt ohne Investition.

3. Regeln nach Saison trennen. Juli und August: sieben Nächte und Wochenendanreise, die Nachfrage trägt das. Oktober bis März: drei bis vier Nächte Mindestaufenthalt und Anreise an jedem Wochentag, sonst bleibt die Hälfte der Nachfrage außen vor.

4. Stornobedingungen entspannen, Anzahlung behalten. Bei zwei bis dreieinhalb Prozent echten Stornos kosten harte Regeln mehr Buchungen, als sie Ausfälle verhindern. Angemessene Anzahlung, klare Fristen, Hinweis auf die Reiserücktrittsversicherung; bei booking.com die Hauptsaison bewusst absichern.

Preise

5. Preiserhöhung seit 2022 prüfen. Unter elf Prozent ist die Inflation weitergegeben. Über 15 Prozent müssen Bewertungen und Auslastung das rechtfertigen, sonst 2027 die Preise stehen lassen.

6. Frühbuchervorteil einführen. Frühbucher zahlen heute denselben Preis wie Kurzentschlossene. Fünf bis acht Prozent für Buchungen bis Jahresende belohnen die Gäste mit neun Monaten Vorlauf, die Sie am meisten brauchen.

7. Nebenkosten in den Preis. Was jeder zahlt, etwa Endreinigung und Wäsche, gehört in den Nachtpreis. Nur Wahlleistungen wie Hund oder Zusatzwäsche bleiben separat. 140 Euro plus 70 Euro Endreinigung wirken teurer als 150 Euro inklusive.

8. Winter über Wert statt Rabatt. Die Winterpreise sind 2026 bereits um 14 bis 24 Prozent gefallen, die Auslastung nicht. Ein Paket mit Mehrwert wirkt stärker als weitere zehn Prozent Nachlass.

Ausstattung und Vertrieb

9. In sichtbare Qualität investieren. Betten, Bad, komplette Küche, schnelles WLAN, Verdunklung im Schlafzimmer. Dafür zahlen 86 Prozent der Gäste mehr; Dekoration und Technik stehen nicht auf der Liste.

10. Barrierearm denken. Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, gute Beleuchtung, Betthöhe von 50 bis 55 Zentimetern, wenige Stufen. Der Amrum-Gast ist 59, und 30 Prozent sind über 65.

11. Objektbeschreibung vollständig halten. Parkplatz, Balkon oder Terrasse, WLAN und Haustierregelung gehören in die ersten Zeilen. Vollständige Daten sind die Voraussetzung, um auch von KI-Suchen gefunden zu werden.

12. Portalgäste zu Direktgästen machen. Persönliches Wort bei der Anreise, Hinweis auf die Direktbuchung, Termin fürs nächste Jahr bei der Abreise. Aus dem Sieben-Nächte-Gast über Holidu wird so der Zehn-Nächte-Gast per Telefon.

Das Handout zum Download

Die vollständige Auswertung mit allen Monatstabellen, 15 Grafiken, der Kanalübersicht, den Preisverteilungen, der Methodik und der Checkliste finden Sie im Handout Amrum-Vermietung in Zahlen 2026 (PDF, 22 Seiten). Es ist für Eigentümer und Vermieter gedacht, die ihre eigene Wohnung an den Zahlen messen wollen, und wird jedes Jahr im Herbst aktualisiert. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Rechenlogik hinter Auslastung, Preisen, Kanälen und Stornobedingungen ausführlich im Handbuch „Ferienwohnung auf Amrum“ von Holger Witt, das 2026 erschienen ist und auf 568 Seiten alle Bereiche der Vermietung auf der Insel behandelt, erhältlich als gedruckte Ausgabe bei Amazon.

Weiterlesen für Vermieter

Drei Beiträge vertiefen die Themen, die in diesem Report nur am Rand vorkommen. Ob Sie Ihre Wohnung selbst auf den Portalen einstellen oder das einer Agentur überlassen, rechnet der Beitrag Ferienwohnung selbst vermarkten oder über Agentur? durch. Was vom Nachtpreis nach Abgaben und Steuern bleibt, erklärt der Beitrag zu Steuern für Ferienvermieter auf Amrum. Und die aktuellen Abgaben, die jede Kalkulation berühren, stehen im Überblick zur Tourismusabgabe Föhr-Amrum 2026. Wer die eigene Wohnung mit dem Portfolio vergleichen möchte, findet im Eigentümerservice den Einstieg.

FAQ – Häufige Fragen zur Ferienvermietung auf Amrum in Zahlen

Wie hoch ist die Auslastung einer Ferienwohnung auf Amrum?

Im AAC-Portfolio lag die Netto-Auslastung 2025 über das Jahr bei 53 Prozent, im August bei 97 Prozent, im Juli bei 90 Prozent, im Januar, Februar und November bei 11 bis 12 Prozent. Die Hälfte der Objekte erreicht mindestens 52 Prozent, das obere Viertel über 63 Prozent.

Wie haben sich die Übernachtungen auf Amrum 2025 entwickelt?

Nach Angaben der AmrumTouristik gingen die Übernachtungen gegenüber 2024 um 3,52 Prozent zurück, auch wegen einer geringeren Bettenzahl durch Vermietungsverbote und Renovierungen. Bei den gewerblichen Betrieben lag Amrum laut Sparkassen-Tourismusbarometer nur 0,2 Prozent unter dem Vorjahr.

Wie weit im Voraus buchen Amrum-Gäste?

Im Median rund 140 Tage vor Anreise, Tendenz steigend. Für August sind es 219 Tage, für November 45 Tage. Zwischen Oktober und März kommt fast ein Drittel der Buchungen innerhalb von 30 Tagen.

Wie lange bleiben Gäste auf Amrum?

Im Schnitt 8,8 Nächte, der Median liegt bei sieben. Der Anteil der Sieben-Nächte-Buchungen ist seit 2022 von 33 auf 25 Prozent gesunken, Aufenthalte von vier bis sechs Nächten stiegen von 18 auf 25 Prozent.

Wie hoch ist die Stornoquote?

Bei Buchungen mit geleisteter Anzahlung zwei bis dreieinhalb Prozent pro Jahr (2023 bis 2026). Bei booking.com liegt sie mit 4,7 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Homepage-Buchungen mit 2,1 Prozent.

Wie viele Buchungen kommen direkt, wie viele über Portale?

54 Prozent der Buchungen und 61 Prozent der Übernachtungen kommen ohne Portal. Booking.com liegt bei 21 Prozent, Holidu bei 9, FeWo-direkt bei 5, HomeToGo und amrum.de bei je 4 Prozent.

Was kostet eine Nacht in einer Ferienwohnung auf Amrum?

Im Median 145 Euro (2025), in der Hochsaison 157 bis 158 Euro, im November 111 Euro. Seit 2022 sind die Preise um rund zwölf Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise um knapp elf.

Warum sind die Preise auf booking.com höher als auf der Homepage?

Weil die Provision eingepreist wird. Der Median-Nachtpreis liegt bei booking.com 13 Prozent, bei FeWo-direkt 17 Prozent über dem Homepage-Preis. Seit dem Wegfall der Paritätsklauseln darf die Direktbuchung günstiger sein.

Wie alt sind die Amrum-Gäste und woher kommen sie?

Laut Gästebefragung 2025 im Durchschnitt 59 Jahre, 30 Prozent über 65. Im AAC-Portfolio kommen 20 Prozent aus Nordrhein-Westfalen, 15 aus Hamburg, 14 aus Niedersachsen und Bremen, 13 aus Schleswig-Holstein; 59 Prozent reisen zu zweit, 21 Prozent mit Kindern.

Lohnt es sich, Hunde zu erlauben?

Für die Nebensaison ja: Sechs Prozent aller Buchungen haben einen Hund dabei, im Dezember 16 Prozent, im August unter vier Prozent. Einen generellen Auslastungsvorteil hundefreundlicher Objekte zeigen die Daten nicht.

Wie sieht der Buchungsstand für 2027 aus?

Zum 29. September 2026 lagen für 2027 rund 16 Prozent mehr Übernachtungen im Buch als ein Jahr zuvor für 2026, für die Nebensaison Oktober bis März fünf Prozent mehr.

Wie wurden die AAC-Zahlen ermittelt?

Ausgewertet wurden feste Gastbuchungen (Status Definitiv und Bestätigt) ohne Eigennutzung, Angebote und Optionen, Stichtag 29. September 2026. Die Netto-Auslastung rechnet Sperrzeiten heraus, Buchungen ohne Kanaleintrag gelten als Telefon. Veröffentlicht werden nur Anteile, Mediane und Veränderungsraten; die Methodik steht im Handout.

Ihre Wohnung im Vergleich

Die Zahlen dieses Reports beschreiben ein Portfolio, keine einzelne Wohnung. Ob Ihre Wohnung im oberen oder unteren Viertel liegt, hängt an Entscheidungen, die Sie selbst treffen: Sperrzeiten, Mindestaufenthalt, Preise, Ausstattung und Sichtbarkeit. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Wohnung steht und welche der zwölf Maßnahmen bei Ihnen den größten Unterschied macht, sprechen Sie uns an. Auf www.amrum-appartements.de finden Sie den Eigentümerservice des Amrum Appartement Centrums, und den Marktreport samt Handout aktualisieren wir jedes Jahr im Herbst.

Quellen und weiterführende Informationen

  • AmrumTouristik AöR, Touristischer Rückblick 2025 und Gästebefragung 2025 (1.778 Antworten), berichtet auf amrum-news.de am 6. Januar 2026
  • Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein, Auswertung für Sylt, Sylt Marketing GmbH und dwif, 3. Februar 2026
  • Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH, Halbjahresbilanz Tourismus 2026 (3. September 2026) und Buchungslage Sommerferien 2026 (dpa, 30. Juni 2026); regionale Übernachtungszahlen nach Statistikamt Nord
  • Nordsee-Tourismus-Service GmbH, Sommerbilanz Nordsee Schleswig-Holstein, 24. September 2026
  • Deutsches Institut für Tourismusforschung und Deutscher Tourismusverband, Urlaubsplanungsindex Herbst 2026
  • Holidu, Ferienhaustrends Nord- und Ostsee 2026 (Befragung von 1.023 Vermietern, Februar 2026)
  • Lodgify, Branchenreport Ferienwohnungsmarkt Deutschland 2026; Deutscher Ferienhausverband und Statista, Der Ferienhausmarkt in Deutschland, 2024
  • Statistisches Bundesamt (Destatis), Verbraucherpreisindex, Pressemitteilung vom 16. Januar 2026
  • Expedia Group, „Built to Stay“-Report, Befragung durch The Harris Poll unter 1.758 Ferienhausgästen in sieben Ländern, April 2026
  • YouGov, KI in der Urlaubsplanung, Mai 2026; Provisionsangaben nach Lodgify, fewolino, Favorent und Holidu, Stand September 2026
  • Amrum Appartement Centrum, anonymisierte Auswertung der Buchungsdaten 2020 bis 2026, Stichtag 29. September 2026; vollständig im Handout „Amrum-Vermietung in Zahlen 2026“

Hinweis zur Erstellung mit KI-Unterstützung: Die Auswertung der anonymisierten Buchungsdaten, die Grafiken des Handouts und die Textfassung dieses Beitrags wurden mit Unterstützung eines KI-Systems (Claude, Anthropic) erstellt. Personenbezogene Daten wurden vor der Auswertung entfernt. Alle Inhalte, Zahlen und Schlussfolgerungen wurden vor der Veröffentlichung von Holger Witt geprüft und freigegeben; externe Angaben wurden gegen die genannten Quellen abgeglichen. Der Hinweis dient der Transparenz im Sinne der KI-Verordnung der Europäischen Union (Verordnung (EU) 2024/1689). Die Inhalte stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar; die Empfehlungen sind Einschätzungen auf Basis eines Portfolios und können im Einzelfall abweichen. Angaben ohne Gewähr. Genannte Marken sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Veröffentlicht vom Amrum Appartement Centrum