Naturzentrum Amrum & Pottwal-Skelett

Amrums Fenster zur Nordseenatur

Es gibt einen Moment, der für viele Amrum-Gäste unvergesslich bleibt: Wenn du das ehemalige Hallenbad am Strandübergang Norddorf betrittst, und plötzlich hängt dort ein zwölf Meter langes Pottwal-Skelett über dir. Knochen an Knochen, kompakt aufgebaut, beleuchtet — und du verstehst sofort, wie gewaltig diese Tiere sind, die irgendwo da draußen in der Nordsee unterwegs sind.

Das Naturzentrum Amrum ist eines der besten Schlechtwetter-Ziele auf der Insel — und an guten Tagen einer der lehrreichsten Orte. Hier verbindet sich Naturkunde mit Inselgeschichte: Du erfährst, wie Pottwale in die Nordsee kommen, wie die Wattenmeer-Lebensräume funktionieren, wer Hark Olufs war und wie ein Kojenmann sein Leben gestaltete. Alles unter einem Dach, mit interaktiven Stationen, fünf Meerwasseraquarien und einem Skelett, das wahrscheinlich nichts ist, was du sonst irgendwo zu sehen bekommst.

In diesem Beitrag erzähle ich dir alles, was du über das Naturzentrum Amrum wissen solltest: was du erleben kannst, wie das Pottwal-Skelett nach Norddorf kam, was sonst noch zu sehen ist und wann sich der Besuch besonders lohnt.

Pottwalskelett im Museum in Norddorf auf Amrum

Das Naturzentrum Amrum auf einen Blick

Bevor wir tiefer einsteigen, hier die wichtigsten Fakten:

  • Adresse: Strunwai 31, 25946 Norddorf auf Amrum
  • Telefon: 04682 - 1635
  • E-Mail: info@naturzentrum-amrum.de
  • Träger: Öömrang Ferian i.f. — Heimat- und Naturschutzverein der Insel Amrum
  • Lage: direkt am Strandübergang Norddorf, im umgebauten ehemaligen Hallenbad
  • Eröffnung: 1998
  • Heutiger Name: Carl Zeiss Naturzentrum Amrum
  • Schwerpunkte: Pottwal-Skelett, Meerwasseraquarien, Dauerausstellungen zu Walfang, Hark Olufs und Kojenmann, naturkundliche Führungen
  • Eintritt: in der Vergangenheit überwiegend frei oder gegen geringe Gebühr, aktuelle Preise bitte direkt erfragen
  • Öffnungszeiten: saisonal unterschiedlich, aktuell beim Öömrang Ferian (Tel. 04682 - 1635) oder im „Amrum Aktuell" prüfen

Die Geschichte des Hauses

Das Naturzentrum Amrum sitzt in einem Haus mit eigener Geschichte. Bis in die 1990er-Jahre befand sich am Strandübergang Norddorf ein Hallenbad — wer als Kind in den 80er- oder frühen 90er-Jahren auf Amrum Urlaub machte, hat dort vielleicht selbst noch geplanscht.

1998 öffnete der Öömrang Ferian — der Heimat- und Naturschutzverein der Insel — im umgebauten Gebäude das Naturzentrum Amrum. Im umgebauten Bad wurde der zentrale Ausstellungsraum geschaffen, in dem heute das Pottwal-Skelett zu sehen ist. Eine clevere Umnutzung: Die hohe Halle des ehemaligen Bades bietet genau den Raum, den so ein riesiges Skelett braucht.

Das Pottwal-Skelett: Wie es nach Amrum kam

Im Januar 2016 strandeten an der deutschen Nordseeküste mehrere Pottwale — ein bewegendes und tragisches Ereignis, das für viel Aufmerksamkeit sorgte. In Verbindung mit dieser Strandungswelle erhielt der Öömrang Ferian für das Naturzentrum eines der Skelette. Ein außergewöhnlicher Glücksfall, denn solche Exemplare sind selten verfügbar und stark begehrt.

Der Wal in Zahlen

Das Tier, dessen Skelett heute im Naturzentrum hängt, war eindrucksvoll:

  • Länge: rund 12 Meter
  • Gewicht (lebend): geschätzt 15 bis 18 Tonnen
  • Zerlegungsort: auf der Halbinsel Nordstrand
  • Art: Pottwal (Physeter macrocephalus)

Die Zerlegung — eine Großaktion

Die Zerlegung war eine echte Großaktion. Daran beteiligt waren neben dem damaligen Leiter des Naturzentrums Amrum Mitarbeitende des Schleswig-Holsteinischen Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Tierärzte der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Spezialisten des Deutschen Meeresmuseums Stralsund.

Die Pottwal-Haut ist äußerst stabil und nur sehr schwer zu durchtrennen. Auch die Knochen mussten sorgfältig aus dem Fleisch herausgelöst und mit Baggern aus den schweren Knochenpartien herausgehoben werden. Tierärzte präparierten zudem Eingeweide wie Magen und Darm sowie das Gehör, um wissenschaftlich Aufschluss über Lebensumstände und Todesursache zu gewinnen.

Pottwale in der Nordsee — wie kommt das?

Pottwale sind Tiefseebewohner. Sie können über 2.000 Meter tief tauchen, jagen Tintenfische und leben in den großen Ozeanen. Die Nordsee ist für sie ein gefährliches Sackgassengewässer — zu flach für ihr natürliches Verhalten, mit wechselnden Strömungen und Untiefen, in denen sie sich verirren können.

Vor allem junge Männchen wandern aus den nördlichen Atlantik-Gewässern teilweise weit nach Süden. Geraten sie dabei in die Nordsee, finden sie keinen Weg mehr heraus und stranden an den Küsten. Das ist nicht selten geworden — die Pottwal-Strandung im Januar 2016 war eine der größeren Strandungswellen der letzten Jahrzehnte.

Im Naturzentrum erfährst du im Detail, wie diese Strandungen passieren, was die Wissenschaft heute über die Ursachen weiß und wie der Wal-Schutz in Nord- und Ostsee organisiert ist.

Die Meerwasseraquarien

Neben dem Pottwal-Skelett zeigt das Naturzentrum fünf Meerwasseraquarien mit Bewohnern der Nordsee. Hier siehst du Tiere, die du sonst nur unter der Wasseroberfläche der Insel triffst — oder gar nicht.

In den Becken zu beobachten sind in der Regel:

  • Strandkrabben und andere Krebse
  • Seesterne in verschiedenen Größen
  • Taschenkrebse
  • Kleinere Fischarten der Nordseeküste
  • Wirbellose wie Anemonen und kleinere Mollusken

Die Aquarien sind nicht groß, aber besonders bei Kindern beliebt. Wer schon mal versucht hat, eine Strandkrabbe am Strand zu beobachten — sie versteckt sich meist sofort im Sand —, hat hier endlich Gelegenheit, in Ruhe hinzuschauen.

Die Dauerausstellungen

Im oberen Stockwerk zeigt der Öömrang Ferian seit 2006 zwei besonders empfehlenswerte Dauerausstellungen. Die Ausstellungen wurden federführend vom Historiker Martin Rheinheimer entwickelt und von der Syddansk Universitet zur Verfügung gestellt — eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die für ein kleines Inselmuseum bemerkenswert ist.

„Hark Olufs — Als Sklave verkauft, als General zurückgekehrt"

Die Lebensgeschichte des Amrumer Hark Olufs (geboren um 1708 in Süddorf, gestorben 1754) ist eine der außergewöhnlichsten Inselgeschichten. Als junger Mann von Piraten gefangen genommen, in Algier als Sklave verkauft, am Hof des Beys von Constantine zum General aufgestiegen — und schließlich freigekauft, kehrte er nach Amrum zurück. Die Ausstellung erzählt diese Lebensreise mit historischen Dokumenten, Karten und Erläuterungen zur Welt der Korsaren und des Mittelmeerhandels im 18. Jahrhundert.

„Der Kojenmann — Mensch und Natur im Wattenmeer"

Die zweite Dauerausstellung widmet sich dem Alltag der Vogelkoje und dem Verhältnis von Mensch und Natur im Wattenmeer. Eng verzahnt mit der Vogelkoje Meeram (siehe auch unseren Beitrag dazu) zeigt sie, wie Insulaner mit den natürlichen Ressourcen umgingen, was eine Vogelkoje war, wie der Fangbetrieb funktionierte und welche Veränderungen es im Lauf der Jahrhunderte gab.

Walfang auf den nordfriesischen Inseln

Ergänzend zu den oben genannten Dauerausstellungen gibt es im Erdgeschoss rund um das Pottwal-Skelett Informationen zur Geschichte des Walfangs auf den nordfriesischen Inseln und besonders auf Amrum. Hier erfährst du, dass viele Amrumer Männer im 17. und 18. Jahrhundert als Walfänger auf Grönlandschiffen unterwegs waren — und welche Spuren das auf der Insel hinterlassen hat.

Was das Naturzentrum sonst noch macht

Das Naturzentrum ist nicht nur Ausstellungsort, sondern auch eine wichtige Säule des Inselnaturschutzes. Seit 1983 betreut der Öömrang Ferian das Naturschutzgebiet „Amrumer Dünen" und das „Landschaftsschutzgebiet Amrum". Seit 2001 ist der Verein gemeinsam mit dem Verein Jordsand und der Schutzstation Wattenmeer auch für einen Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zuständig.

Naturkundliche Führungen

Das Team des Naturzentrums bietet ein umfangreiches Programm an Führungen für Inselgäste an. An den Führungen nehmen jedes Jahr etwa 10.000 Gäste teil. Themen sind unter anderem:

  • Wattwanderungen zu verschiedenen Tide-Zeiten
  • Vogelkundliche Führungen durch die Dünen und entlang der Küste
  • Strandexkursionen mit Erläuterungen zu Tieren, Pflanzen und Strandfunden
  • Salzwiesen-Führungen an der Wattseite
  • Archäologische Führungen im Bereich des Eisenzeithauses
  • Literatur- und Kulturveranstaltungen zu Inselthemen

Die aktuellen Termine findest du im „Amrum Aktuell" oder direkt am Aushang am Naturzentrum.

Praktische Naturschutzarbeit

Hinter den Kulissen läuft viel mehr ab, als die meisten Gäste sehen:

  • Vogelzählungen (Wat- und Wasservögel, gemeinsam mit Jordsand und Schutzstation Wattenmeer)
  • Robben-Monitoring auf dem Kniepsand, insbesondere die Kegelrobben-Jungtiere im Winter
  • Kreuzkrötenmonitoring in den Dünenfeuchten
  • Praktische Naturschutzarbeiten in den Heidegebieten
  • Wiederansiedlungsprojekte wie das der Stranddistel
  • Schutzgebietsbetreuung allgemein

Die Wattwerkstatt

Eine Besonderheit: Der Öömrang Ferian betreibt zusätzlich die Wattwerkstatt, einen Laborraum in der Jugendherberge in Wittdün. Hier können vor allem Schulklassen und Gruppen Watt-Proben unter dem Mikroskop untersuchen.

Naturzentrum Amrum vs. Schutzstation Wattenmeer

Eine häufige Verwechslung: Auf Amrum gibt es zwei zentrale Naturschutzeinrichtungen, die manche Gäste durcheinander bringen.

  • Naturzentrum Amrum (Öömrang Ferian) — in Norddorf, Strunwai 31, mit Pottwal-Skelett, Aquarien und Dauerausstellungen
  • Schutzstation Wattenmeer / Nationalpark-Haus NaTour-Düne — in Wittdün, Am Schwimmbad 1, mit Wattenmeer-Ausstellung, weiteren Aquarien und Dünen-Boßeln im Außengelände

Beide Einrichtungen lohnen einen Besuch und arbeiten eng zusammen. Wer Zeit hat, schaut in beide.

Praktische Infos zum Besuch

Adresse: Strunwai 31, 25946 Norddorf auf Amrum — direkt am Strandübergang Norddorf, gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.

Telefon: 04682 - 1635

Öffnungszeiten: saisonal unterschiedlich. Aktuelle Zeiten beim Öömrang Ferian erfragen oder im „Amrum Aktuell" prüfen. In der Hochsaison ist das Naturzentrum täglich (außer sonntags) geöffnet, in der Nebensaison reduziert.

Eintritt: Aktuelle Preise direkt beim Naturzentrum erfragen.

Anfahrt: Mit dem Fahrrad bestens erreichbar. Mit dem Inselbus der Linie 1 bis Norddorf, dann ein kurzer Spaziergang zum Strandübergang. Zu Fuß von Wittdün etwa eine Stunde, mit dem Rad gut 20 bis 25 Minuten.

Mit Kindern: Sehr empfehlenswert. Der Pottwal beeindruckt jedes Kind, die Aquarien sind zum Anfassen-Verstehen perfekt, viele interaktive Stationen machen Spaß.

Barrierefreiheit: Das Gebäude ist überwiegend zugänglich. Bei eingeschränkter Mobilität vorab beim Naturzentrum nachfragen, ob alle Ausstellungsbereiche erreichbar sind.

Dauer des Besuchs: Eine Stunde reicht für den Überblick, anderthalb bis zwei Stunden für die volle Tour mit Aquarien und Dauerausstellungen. Bei Regen ist das Naturzentrum auch länger eine gute Beschäftigung.

Wann ist der schönste Moment im Naturzentrum?

  • Bei Regenwetter: das klassische Schlechtwetter-Programm. Wenn draußen das Wattenmeer im Nebel verschwindet, ist die warme Ausstellungshalle eine perfekte Alternative.
  • Vormittags zu Saisonbeginn: wenig Andrang, ruhige Atmosphäre, Zeit für die Details.
  • Während einer Sonderausstellung: gelegentlich gibt es zusätzliche Themen-Ausstellungen.
  • Im Anschluss an eine Wattwanderung: Wer eben noch durch Schlick und Pfützen gewandert ist, versteht die Aquarien anders.
  • Mit Kindern an Geburtstagen oder Familientagen: echte Augenleuchten beim ersten Anblick des Pottwal-Skeletts.

In Norddorf rund um das Naturzentrum

Ein Besuch im Naturzentrum lässt sich gut mit einer kleinen Norddorf-Tour verbinden:

  • Strand Norddorf: direkt vor der Tür — über die Himmelsleiter geht es auf den Kniepsand
  • Amrumer Odde: das Naturschutzgebiet im Nordzipfel der Insel, mit Aussichtsplattform auf der Düne A Siatler
  • Quermarkenfeuer: der kleine Leuchtturm südwestlich von Norddorf, erreichbar über Bohlenwege
  • Strandbar oder Café in Norddorf: für eine Pause nach dem Aufstieg von der Düne
  • Vogelkoje Meeram: der Naturerlebnisraum zwischen Norddorf und Nebel, mit thematischer Anbindung an die Kojenmann-Ausstellung im Naturzentrum

Buchungs- und Ferienwohnungs-Tipp

Wer das Naturzentrum mehr als nur kurz erleben möchte, wohnt am besten in Norddorf — der Strandübergang ist dann fußläufig erreichbar. Aber auch von Wittdün oder Nebel ist das Naturzentrum mit dem Rad gut zu schaffen. Beim Amrum Appartement Centrum in Wittdün berät dich das Team gerne, welche Ferienwohnung zu deinem Inselurlaub und deinen Interessen passt. Mehr unter www.amrum-appartements.de.

FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Naturzentrum Amrum

Wo genau befindet sich das Naturzentrum Amrum?

Direkt am Strandübergang Norddorf, Strunwai 31, 25946 Norddorf auf Amrum. Das Gebäude ist das umgebaute ehemalige Hallenbad.

Was ist das Highlight im Naturzentrum?

Das ca. 12 Meter lange Pottwal-Skelett, das im umgestalteten Ausstellungsraum hängt. Dazu kommen fünf Meerwasseraquarien und mehrere Dauerausstellungen.

Woher stammt das Pottwal-Skelett?

Aus einer Strandungswelle im Januar 2016. Mehrere Pottwale strandeten damals an der deutschen Nordseeküste. Eines der Tiere wurde auf der Halbinsel Nordstrand zerlegt — das Skelett konnte der Öömrang Ferian für das Naturzentrum Amrum sichern.

Wie groß war der Pottwal?

Etwa 12 Meter lang, geschätzt 15 bis 18 Tonnen schwer. Pottwal-Bullen werden ausgewachsen bis zu 20 Meter lang, Kühe nur 11 bis 12 Meter. Da Weibchen praktisch nie so weit nach Süden wandern, handelte es sich vermutlich um ein noch nicht vollständig ausgewachsenes Männchen.

Warum stranden Pottwale in der Nordsee?

Pottwale sind Tiefseebewohner und brauchen tiefes Wasser zum Jagen und zur Orientierung. Die Nordsee ist für sie zu flach und ein „Sackgassengewässer" — geraten sie hinein, finden viele Tiere keinen Weg mehr heraus und stranden an den Küsten. Vor allem junge Männchen sind betroffen, die aus den nördlichen Atlantik-Gewässern weit nach Süden wandern.

Was kostet der Eintritt?

Die aktuellen Eintrittspreise erfragst du am besten direkt beim Naturzentrum unter Tel. 04682 - 1635. In den vergangenen Jahren war der Eintritt teilweise frei oder mit einer geringen Gebühr verbunden.

Wann ist das Naturzentrum geöffnet?

Die Öffnungszeiten sind saisonal unterschiedlich. In der Hochsaison meist täglich (außer sonntags), in der Nebensaison reduziert. Aktuelle Zeiten am besten direkt beim Naturzentrum oder im „Amrum Aktuell" prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen Naturzentrum und Schutzstation Wattenmeer?

Das Naturzentrum Amrum (Öömrang Ferian) liegt in Norddorf und zeigt das Pottwal-Skelett und die Dauerausstellungen. Die Schutzstation Wattenmeer betreibt das Nationalpark-Haus NaTour-Düne in Wittdün mit Wattenmeer-Schwerpunkt. Beide Einrichtungen sind eigenständig, arbeiten aber eng zusammen.

Welche Tiere sehe ich in den Aquarien?

In den fünf Meerwasseraquarien sind in der Regel Strandkrabben, Seesterne, Taschenkrebse, kleinere Nordseefische und Wirbellose wie Anemonen zu sehen — also typische Bewohner des Wattenmeeres und der flachen Nordsee.

Wer war Hark Olufs?

Hark Olufs (um 1708–1754) war ein Amrumer aus Süddorf, der als junger Mann von Piraten gefangen, in Algier als Sklave verkauft und am Hof des Beys von Constantine zum General aufstieg. Schließlich freigekauft, kehrte er nach Amrum zurück. Eine der außergewöhnlichsten Lebensgeschichten der Insel. Die Dauerausstellung im Naturzentrum widmet sich ihm.

Was ist der Kojenmann?

Ein Kojenmann war der Verantwortliche einer Vogelkoje — also einer historischen Wildentenfanganlage, wie sie auf Amrum als Vogelkoje Meeram noch heute zu besichtigen ist. Die Dauerausstellung im Naturzentrum verknüpft Geschichte, Naturkunde und das Verhältnis von Mensch und Natur im Wattenmeer.

Werden Führungen angeboten?

Ja. Das Team des Naturzentrums bietet ein umfangreiches Programm an naturkundlichen Führungen für Inselgäste an — vom Watt über Vogelkunde bis zur Salzwiese. Etwa 10.000 Gäste nehmen jährlich teil. Termine im „Amrum Aktuell" und am Aushang.

Eignet sich das Naturzentrum für Kinder?

Sehr. Der Pottwal beeindruckt jedes Alter, die Aquarien sind zum Hineinschauen perfekt, viele interaktive Stationen machen Spaß. Ein klassischer Familien-Tipp, vor allem an Schlechtwettertagen.

Wie viel Zeit sollte ich einplanen?

Eine Stunde für einen Überblick, anderthalb bis zwei Stunden für die volle Tour einschließlich Dauerausstellungen. Bei Regen oder schlechtem Wetter kannst du dich auch länger aufhalten.

Wie komme ich zum Naturzentrum?

Mit dem Fahrrad ideal — direkt am Strandübergang Norddorf. Mit dem Inselbus der Linie 1 nach Norddorf, dann ein kurzer Spaziergang. Von Wittdün aus etwa 20 bis 25 Minuten mit dem Rad, zu Fuß rund eine Stunde.


Das Naturzentrum Amrum ist mehr als ein Museum. Es ist ein Ort, an dem Inselgeschichte, Naturkunde und Schutzarbeit zusammenkommen — getragen von einem Verein, der seit Jahrzehnten still und beharrlich für die Insel arbeitet. Das Pottwal-Skelett am Strandübergang ist das offensichtlichste Highlight. Aber die kleineren Schätze — eine Strandkrabbe im Aquarium, das Schicksal des Hark Olufs, die Geschichte des Walfangs — sind genauso eindrucksvoll, wenn man sich Zeit nimmt.

Wer Amrum verstehen will, sollte hier vorbeischauen.

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Veröffentlicht von Amrum Appartement Centrum