Quermarkenfeuer und die anderen Leuchttürme Amrums

Die unbekannten Wahrzeichen der Insel

Wenn Amrum-Gäste an einen Leuchtturm denken, meinen sie meist nur einen: den großen rotweißen Wahrzeichen-Turm bei Wittdün. Verständlich — mit seinen 41,8 Metern überragt er alles. Aber Amrum hat mehr Leuchtfeuer als nur diesen einen. Drei sind heute aktiv im Dienst, zwei weitere stehen noch als stille Zeugen vergangener Jahrzehnte in den Dünen oder am Strand.

Wer sich auf die Suche macht, entdeckt ungewöhnliche Bauwerke: einen weißen Turm mit Jugendstilelementen am Rand des Kniepsands, einen schlanken Aluminiumturm bei einer Schule, einen leeren Sockel an der Strandpromenade von Wittdün. Jeder dieser kleinen Leuchttürme erzählt seine eigene Geschichte — von wechselnden Fahrwassern, von Pferdefuhrwerken, die Baumaterial über die Insel transportierten, von Weltkriegen, in denen das Licht erlosch, und von technischem Wandel im Lauf von über hundert Jahren.

In diesem Beitrag begleitest du mich zu den weniger bekannten Leuchtfeuern Amrums. Du erfährst, wo sie stehen, wie sie funktionieren, welche Geschichten dahinterstecken und welche schönen Spaziergänge dich zu ihnen führen.

Die Leuchtfeuer Amrums im Überblick

Auf einen Blick — drei aktive, zwei stillgelegte Leuchtfeuer auf der Insel:

Aktiv im Dienst (drei Leuchtfeuer):

  • Amrumer Leuchtturm (1875) — der bekannte große Turm bei Wittdün, 41,8 m hoch
  • Leit- und Quermarkenfeuer Norddorf (1906) — der „letj ialtürn", auch „Quermarkenfeuer" genannt
  • Leitfeuer in Süddorf (1981) — als „Leitfeuer Nebel" geführt, schlanker Aluminiumturm bei der Schule

Stillgelegt und nicht mehr im Dienst:

  • Leitfeuer Wittdün (1977 errichtet, bis 1988 in Betrieb) — Turm steht noch an der Oberen Wandelbahn
  • Leitfeuer Wriakhörn (1955 errichtet, 2016 abgebaut) — stand südwestlich des Amrumer Leuchtturms

Der Amrumer Leuchtturm bekommt einen eigenen Beitrag. Hier kümmern wir uns um die anderen.

Das Quermarkenfeuer Norddorf — der „kleine Leuchtturm" zwischen Heide und Kniepsand

Wenn ein Amrumer vom „kleinen Leuchtturm" spricht — auf Öömrang „letj ialtürn" — meint er das Quermarkenfeuer bei Norddorf. Offiziell trägt es den Namen „Leit- und Quermarkenfeuer Norddorf", aber auf der Insel ist die Kurzform geläufiger.

Lage und Erscheinung

Das Quermarkenfeuer steht im Naturschutzgebiet Amrumer Dünen, südwestlich des Ortes Norddorf, am östlichen Rand des Kniepsands. Auf einer erhöhten Düne erreicht sein Leuchtfeuer eine Feuerhöhe von 22 Metern über dem mittleren Tidehochwasser.

Auch wenn der Turm selbst nur etwa siebeneinhalb Meter hoch ist, ist er ein ungewöhnlich schönes Bauwerk:

  • Konisch geformter Sockel aus Backstein, knapp einen Meter hoch
  • Schaft aus gusseisernen Metallplatten
  • Weiß gestrichener runder Turm mit zwei Stockwerken
  • Rote Laterne mit rotem Kegeldach aus Kupfer
  • Jugendstilelemente in der Gestaltung
  • Gürtellinse als Optik

Die Tragweite des Lichts beträgt 16,1 Seemeilen für den weißen Sektor, 12,9 Seemeilen für den roten und 11,8 Seemeilen für den grünen Sektor.

Funktion in der Schifffahrt

Das Leit- und Quermarkenfeuer Norddorf dient zwei Zwecken in der Schifffahrt. Als Quermarkenfeuer markiert es eine Querlinie im Fahrwasser, als Leitfeuer hilft es Schiffen bei der Einsteuerung in den Hafen von Hörnum auf der Nachbarinsel Sylt. Sein Licht weist den Weg durch das Fahrwasser „Vortrapptief".

Bau und Geschichte

Erbaut wurde der Turm 1906, in einer Zeit, als das Deutsche Reich noch einen Kaiser hatte und Bauwerke gerne mit Schmuckelementen versehen wurden. Heute würde an dieser Stelle vermutlich ein schlichter rotweißer Eisenmast stehen — der Jugendstilturm ist also auch ein Stück Architekturgeschichte.

Die Firma Julius Pintsch aus Berlin baute den Turm. Das Angebot lautete auf 9.540 Mark. Das Baumaterial sollte ursprünglich direkt am Kniephafen angelandet werden, wurde aber dann über die Mole von Steenodde mit Pferdefuhrwerken zum Standort transportiert — übernommen von den Insulanern Martin Köster aus Süddorf und Simon Lorenzen aus Nebel. Maurermeister Philipp Ahrend kümmerte sich um die Maurerarbeiten am Sockel und am Gaskeller. Eine ruhig erzählte Geschichte, die zeigt, wie ein Bauprojekt damals viele Inseldienste verband.

Anfangs war der Turm einfarbig grau gestrichen und das Licht wurde mit Gas betrieben — aus einem Kessel am Fuß der Düne, dessen Reste heute noch sichtbar sind. Am 12. Mai 1906 meldeten die „Nachrichten für Seefahrer" das erstmalige Anzünden des Feuers.

Die wechselvollen Jahrzehnte

  • 1913: Die Blaugasanlage wurde aufwändig erneuert
  • 1915: Im Ersten Weltkrieg wurde das Feuer im Zuge der Kriegsmaßnahmen gelöscht — Leuchtfeuer sollten feindlichen Flotten keine Orientierung bieten
  • 1936: Umstellung auf elektrisches Licht
  • Seit 1984: ferngesteuert vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

Besichtigung und Spaziergang

Das Quermarkenfeuer ist von innen nicht zu besichtigen — du kannst es aber wunderbar von außen anschauen, und der Weg dorthin ist einer der schönsten auf der Insel.

Anreise: Am einfachsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Bohlenweg beginnt an der Vogelkoje Meeram und führt über das Archäologische Areal mit dem Eisenzeithaus zum Quermarkenfeuer. Insgesamt eine ruhige, gemütliche Strecke durch Wald, Heide und Dünen.

Weiter zum Strand: Vom Quermarkenfeuer führt eine Holztreppe hinunter zum Kniepsand. Von dort kannst du am Wasser entlang nördlich zum Badestrand Norddorf laufen (über die „Himmelsleiter") oder südlich zum Badestrand Nebel.

Ausblick: Vom Bohlenweg am Quermarkenfeuer hast du einen weiten Blick über die Dünen, das offene Meer und bis nach Sylt. Bei stürmischem Wetter spritzt das Wasser über die Wellenbrecher — ein eindrucksvolles Schauspiel.

Das Leitfeuer in Süddorf — der „Leuchtturm Nebel"

Etwas verwirrend: Das Seezeichen, das offiziell als „Leuchtturm Nebel" beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt geführt wird, steht nicht im Ortsteil Nebel selbst, sondern in Süddorf — direkt neben der Öömrang Skuul, der Amrumer Schule. Süddorf gehört aber zur Gemeinde Nebel, daher die offizielle Bezeichnung.

Lage und Erscheinung

Der Turm steht auf der Ostseite der Insel und ist vom Rad- und Wanderweg zwischen Nebel und Steenodde gut zu sehen. Es handelt sich um eine schlanke Aluminiumkonstruktion — sehr funktional, ohne Schmuckelemente, ganz im Gegensatz zum Jugendstilturm bei Norddorf.

Funktion

Das Leitfeuer wurde 1981 errichtet und markiert das Fahrwasser „Norderaue", das die Fähren aus Föhr und Hallig Hooge benutzen. Wer mit der Fähre nach Amrum kommt, hat dieses Leuchtfeuer vermutlich schon einmal von Bord aus gesehen — auch wenn er es vielleicht nicht bewusst registriert hat.

Besichtigung

Eine spektakuläre Sehenswürdigkeit ist dieser Turm nicht — funktional, modern, in seiner Aluminiumkonstruktion zweckmäßig. Aber für alle, die sich für die Seezeichen Amrums interessieren, gehört er zum Bild. Der Turm ist von außen frei zugänglich, von innen nicht zu besichtigen.

Das stillgelegte Leitfeuer Wittdün — der Zwilling an der Wandelbahn

An der Oberen Wandelbahn in Wittdün steht ein weiterer schlanker Aluminiumturm, der dem Leitfeuer in Süddorf zum Verwechseln ähnelt — beide sind baugleich.

Lage und Geschichte

  • Errichtet: 1977
  • In Betrieb: bis 1988
  • Lage: an der Oberen Wandelbahn in Wittdün
  • Funktion damals: markierte die Fahrrinne „Schmaltief" südlich von Amrum
  • Grund für die Stilllegung: Veränderungen am Verlauf des Fahrwassers „Schmaltief" — das Schmaltief verlor an Bedeutung, heute verläuft das Fahrwasser durch das „Rütergat"

Der Turm steht noch heute als stilles Denkmal früherer Schifffahrtsgeschichte an der Wandelbahn. Du kannst ihn auf einem Spaziergang entlang der Promenade in Wittdün gut sehen — er fällt als nüchterne Aluminiumkonstruktion zwischen den Gebäuden auf.

Das abgetragene Leitfeuer Wriakhörn — verschwunden seit 2016

Bis 2016 stand etwa 550 Meter südwestlich des Amrumer Leuchtturms auf den Dünen ein weiteres Leuchtfeuer: das Leitfeuer Wriakhörn. Ein rund 17 Meter hoher Gittermast, errichtet im Juli 1955, ausgestattet mit einer Pintsch-Seelaterne. Es sicherte das Kniepfahrwasser vor dem Kniepsand.

  • Feuerhöhe: 26 Meter über dem mittleren Hochwasser
  • Tragweite: etwa 12 Seemeilen weiß, 9 Seemeilen rot
  • Außer Betrieb: am 8. August 2016 schaltete das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt das Leitfeuer ab
  • Abbau: im September 2016 wegen Baufälligkeit zurückgebaut

Heute erinnert nichts mehr an seinen Standort. Wer schon länger zu Amrum-Stammgästen gehört, kennt den Gittermast aber vielleicht noch von früher und kann sich vorstellen, wie er bis 2016 als auffällige Landmarke auf den Dünen stand.

Was bedeutet „Quermarkenfeuer" überhaupt?

Wer sich noch nie mit Seezeichen beschäftigt hat, mag den Begriff erstaunlich finden. „Quermarkenfeuer" ist ein nautisches Fachwort und beschreibt eine bestimmte Funktion in der Schifffahrt:

  • Quermarkenfeuer: markiert eine Querlinie im Fahrwasser, an der Schiffe ihren Kurs ändern müssen
  • Leitfeuer: leitet Schiffe durch ein Fahrwasser oder zu einem Hafen
  • Leuchtfeuer: Oberbegriff für alle Seezeichen mit Lichtsignal
  • Seezeichen: weitere Begriffe wie Tonnen, Baken, Pricken — alle künstlichen Markierungen, die der Schifffahrt zur Orientierung dienen

Das Leit- und Quermarkenfeuer Norddorf erfüllt mit seinem Licht beide Funktionen — daher der zusammengesetzte Name. In der lokalen Sprache hat sich aber die kürzere Form „Quermarkenfeuer" durchgesetzt.

Spaziergänge zu den kleinen Leuchttürmen

Die schönsten Touren rund um die kleinen Leuchtfeuer:

Tour 1: Vogelkoje und Quermarkenfeuer (Halbtag)

  • Start: Vogelkoje Meeram (zwischen Nebel und Norddorf)
  • Bohlenweg durch Wald, Heide und Dünen
  • Vorbei am Eisenzeithaus auf dem Archäologischen Areal
  • Quermarkenfeuer als Ziel
  • Optional Holztreppe hinunter zum Kniepsand und Rückweg über den Strand
  • Dauer: ca. 2 bis 3 Stunden mit Pausen

Tour 2: Wandelbahn-Spaziergang in Wittdün

  • Start: Strandpromenade Wittdün
  • Entlang der Oberen Wandelbahn
  • Das stillgelegte Leitfeuer Wittdün (Aluminiumturm) entdecken
  • Weiter zur Strandbar Seehund oder zum Hafen
  • Dauer: ca. eine Stunde

Tour 3: Rundweg zur Schule in Süddorf

  • Mit dem Fahrrad zwischen Nebel und Steenodde
  • Auf dem Rad- und Wanderweg ist das Leitfeuer bei der Öömrang Skuul gut zu sehen
  • Verbindbar mit einem Besuch der St. Clemens-Kirche in Nebel
  • Dauer: je nach Strecke 1 bis 2 Stunden mit dem Rad

Wann ist der schönste Moment an den kleinen Leuchttürmen?

  • Quermarkenfeuer am späten Nachmittag: wenn die Sonne tiefer steht, der weiße Turm warm beleuchtet wird und der Blick aufs Meer am eindrucksvollsten ist
  • Bei Sturm: wenn das Wasser über die Wellenbrecher klatscht und das Licht im Halbdunkel arbeitet
  • Im Spätsommer: wenn die Heide um das Quermarkenfeuer violett leuchtet
  • Im Winter: wenn fast niemand unterwegs ist und du die Bohlenwege fast für dich allein hast
  • Bei klarer Sicht: wenn du vom Quermarkenfeuer bis nach Sylt schauen kannst

Buchungs- und Ferienwohnungs-Tipp

Wer auf Amrum Lust hat, mehr als nur den großen Leuchtturm zu sehen, findet in Norddorf oder Nebel besonders schöne Ausgangspunkte für die Spaziergänge zu den kleinen Leuchttürmen. Beim Amrum Appartement Centrum in Wittdün berät dich das Team gerne, welche Ferienwohnung zu deinem Inselurlaub passt — auch wenn du selbst in Wittdün wohnst, sind die anderen Inselorte mit dem Rad gut zu erreichen. Mehr unter www.amrum-appartements.de.

FAQ — Häufig gestellte Fragen zu den kleinen Leuchttürmen Amrums

Wie viele Leuchtfeuer gibt es auf Amrum?

Heute drei aktive: den Amrumer Leuchtturm bei Wittdün (1875), das Leit- und Quermarkenfeuer Norddorf (1906) und das Leitfeuer in Süddorf bei der Schule (1981). Daneben steht das stillgelegte Leitfeuer Wittdün (1977 errichtet, bis 1988 in Betrieb) noch an der Oberen Wandelbahn. Das ehemalige Leitfeuer Wriakhörn wurde 2016 abgetragen.

Was ist ein Quermarkenfeuer?

Ein nautisches Seezeichen, das eine Querlinie im Fahrwasser markiert — Schiffe wissen daran, wann sie ihren Kurs wechseln müssen. Das Norddorfer Quermarkenfeuer erfüllt zusätzlich die Funktion eines Leitfeuers für den Hafen von Hörnum auf Sylt.

Wann wurde das Quermarkenfeuer in Norddorf erbaut?

1906, von der Berliner Firma Julius Pintsch für 9.540 Mark. Am 12. Mai 1906 wurde das Feuer erstmals entzündet, gemeldet durch die „Nachrichten für Seefahrer".

Wie hoch ist das Quermarkenfeuer?

Der Turm selbst ist etwa 7,50 Meter hoch. Da er auf einer erhöhten Düne steht, erreicht das Leuchtfeuer eine Feuerhöhe von 22 Metern über dem mittleren Tidehochwasser.

Kann man das Quermarkenfeuer besichtigen?

Nein, der Turm ist von innen nicht zu besichtigen. Du kannst ihn aber von außen anschauen und der Bohlenweg führt unmittelbar daran vorbei. Der Blick aufs Meer und über die Dünen lohnt jeden Schritt.

Wie komme ich zum Quermarkenfeuer?

Am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der schönste Weg führt von der Vogelkoje Meeram über den Bohlenweg, vorbei am Archäologischen Areal und Eisenzeithaus, in etwa 30 bis 45 Minuten zu Fuß. Vom Quermarkenfeuer führt eine Holztreppe hinunter zum Kniepsand — du kannst die Rundtour auch über den Strand abschließen.

Was ist der friesische Name des Quermarkenfeuers?

Auf Öömrang heißt es „letj ialtürn" — wörtlich „kleiner Leuchtturm". Im Gegensatz zum großen Amrumer Leuchtturm, der einfach „der Leuchtturm" ist.

Warum steht das Leitfeuer „Nebel" in Süddorf?

Verwaltungstechnische Bezeichnung. Beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt wird das Seezeichen als „Leuchtturm Nebel" geführt, weil Süddorf zur Gemeinde Nebel gehört. Der Turm selbst steht in Süddorf neben der Öömrang Skuul.

Wann wurde das Leitfeuer in Süddorf gebaut?

1981. Es ist eine schlanke Aluminiumkonstruktion und dient der Markierung des Fahrwassers „Norderaue", das die Fähren aus Föhr und Hallig Hooge nutzen.

Warum wurde das Leitfeuer Wittdün stillgelegt?

Wegen Veränderungen am Verlauf des Fahrwassers „Schmaltief". Diese Fahrrinne hat heute keine Bedeutung mehr, der Verkehr verläuft inzwischen durch das „Rütergat". Das Leitfeuer Wittdün war von 1977 bis 1988 in Betrieb, sein Aluminiumturm steht aber bis heute an der Oberen Wandelbahn.

Was war das Leitfeuer Wriakhörn?

Ein 17 Meter hoher Gittermast, der von 1955 bis 2016 etwa 550 Meter südwestlich des großen Amrumer Leuchtturms auf den Dünen stand. Er sicherte das Kniepfahrwasser vor dem Kniepsand. Am 8. August 2016 wurde das Leuchtfeuer abgeschaltet, im September 2016 wegen Baufälligkeit zurückgebaut.

Gibt es Führungen zu den kleinen Leuchttürmen?

Spezielle Führungen zu allen kleinen Leuchtfeuern werden derzeit nicht regelmäßig angeboten. Im Rahmen geführter Wanderungen — etwa durch den Verein Öömrang Ferian oder das Naturzentrum Amrum — werden die Türme aber gelegentlich passiert und erklärt. Aktuelle Termine findest du im „Amrum Aktuell".

Welcher Spaziergang führt zu mehreren Leuchtfeuern?

Eine schöne Inselrunde verbindet die Vogelkoje Meeram, das Quermarkenfeuer, den Kniepsand und den Weg zurück über die Bohlenwege bei Norddorf oder Nebel. Mit Pausen ein gut gefüllter Halbtag. Wer eine längere Tour plant, kombiniert das mit einem Besuch des Leitfeuers in Süddorf an der Schule.

Sind die kleinen Leuchttürme noch in Funktion?

Quermarkenfeuer Norddorf und Leitfeuer Süddorf sind aktiv im Dienst und werden ferngesteuert betrieben. Das Leitfeuer Wittdün und das frühere Leitfeuer Wriakhörn sind stillgelegt — das Wriakhörn-Feuer steht seit 2016 nicht mehr.

Was unterscheidet die kleinen Leuchttürme architektonisch?

Das Quermarkenfeuer Norddorf von 1906 trägt deutliche Jugendstilelemente — weißer runder Turm, rote Laterne, rotes Kegeldach aus Kupfer, Sockel aus Backstein. Die Leitfeuer in Süddorf und Wittdün dagegen sind funktionale Aluminiumkonstruktionen aus den 1970er- und 1980er-Jahren — schlank, modern, ohne Schmuck.


Die kleinen Leuchttürme Amrums sind keine spektakulären Sehenswürdigkeiten. Du steigst nicht auf eine Aussichtsplattform, es gibt keinen Ticketschalter, kein Souvenirgeschäft. Aber genau das macht sie wertvoll: Sie erzählen still und unaufdringlich von der maritimen Geschichte der Insel, von Schifffahrt, Technik und Wandel. Wer sich auf sie einlässt, lernt Amrum von einer Seite kennen, die viele Tagesgäste übersehen.

Und vielleicht ist das das Schöne: dass es auf einer so kleinen Insel noch immer Ecken gibt, die du erst entdeckst, wenn du dich Zeit nimmst.

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Veröffentlicht von Amrum Appartement Centrum