Steenodde auf Amrum

Das kleinste Dorf am Wattenmeer

Steenodde ist der Ort, an dem Amrum am stillsten ist. Ein paar reetgedeckte Häuser, ein kleiner Hafen mit eigener Mole, der Deich und dahinter das Watt bis zum Horizont — mehr braucht es hier nicht. Mit rund 70 Einwohnern ist Steenodde das kleinste Dorf der Insel und zugleich ihr ältester Hafenort.

Während Wittdün als Fährort den Badebetrieb bündelt, Norddorf mit Dünen und Odde den Norden bildet, Nebel das historische Zentrum ist und Süddorf das bäuerliche Amrum, ist Steenodde das maritime, ganz kleine Amrum an der Wattseite. Wer wirklich Ruhe sucht, findet sie hier.

Kleiner Hafen bei Steenodde auf Amrum

Lage und Charakter

Steenodde liegt an der Ostküste der Insel, direkt am Wattenmeer, rund anderthalb Kilometer östlich von Süddorf, zwei Kilometer südöstlich von Nebel und zwei Kilometer nordwestlich von Wittdün. Der Ort ist ein Ortsteil der Gemeinde Nebel und erstreckt sich von der Küste bis hinauf auf die rund zehn Meter hohe Geest.

Das Ortsbild besteht aus wenigen, meist reetgedeckten Häusern mit blühenden Gärten. Es gibt keine Geschäfte, keine Promenade — und, das ist bemerkenswert, auch keine Anbindung an den Inselbus, der auf seiner Strecke alle Dörfer außer Steenodde anfährt. Man erreicht den Ort mit dem Rad, zu Fuß oder mit dem Auto. Genau das macht seinen Reiz aus: Hier ticken die Uhren spürbar langsamer.

Der Name und die Vorgeschichte

Der Name verrät den Charakter des Ortes. „Odde" ist aus dem Dänischen entlehnt und bezeichnet eine schmale Landzunge, die ins Meer ragt; zusammen mit „Steen" (Stein) ergibt sich „Steinspitze" — ein Hinweis auf die vielen Steine und Findlinge, die hier an der Wasserlinie zutage treten.

Besiedelt war die Gegend schon lange vor dem ersten Haus. Davon zeugen gleich mehrere Zeugnisse: der Dolmen Steenodde, ein steinzeitliches Hünengrab, sowie der Esenhugh, mit 4,7 Metern der größte bronzezeitliche Grabhügel Amrums. In seiner Nähe liegt ein wikingerzeitliches Gräberfeld mit zahlreichen niedrigen Kuppen, in dem bei Ausgrabungen Schmuck aus Bernstein gefunden wurde. Und schließlich erreicht der rund 1800 Meter lange Krümwal — ein Erdwall aus der Eisen- beziehungsweise Wikingerzeit — bei Steenodde die Küste, am Wal Anj, dem einzigen Kliff an Amrums Küste. Der Name bedeutet übersetzt „Ende des Walls". Überhaupt ist die Umgebung von Steenodde ungewöhnlich reich an Hünen- und Hügelgräbern — für ein so kleines Dorf ballt sich hier erstaunlich viel Inselgeschichte auf engem Raum.

Das älteste Haus der Insel

Die neuzeitliche Geschichte Steenoddes beginnt 1721. In diesem Jahr wurde das erste Haus des Ortes gebaut — von einem Hamburger Austernfischer, im Zusammenhang mit einer Station der Austernfischerei. Später wurde daraus die bekannte Gaststätte „Lustiger Seehund". Heute ist dieses Gebäude das älteste erhaltene Wohnhaus Amrums und kann als Ferienwohnung gebucht werden. Eine Besonderheit fällt sofort auf: Anders als die meisten Friesenhäuser hat es zwei Etagen.

Wie einsam Steenodde damals war, zeigt eine schlichte Zahl: Das zweite Haus des Ortes wurde erst 1852 gebaut — mehr als hundert Jahre nach dem ersten.

Wo Amrums Fremdenverkehr begann

So klein Steenodde ist, hat es einen erstaunlichen Platz in der Inselgeschichte: Hier nahm der Amrumer Tourismus seinen Anfang. Noch bevor Wittdün als Seebad gegründet wurde, kaufte der hannoversche Architekt Ludolf Schulze-Waldhausen 1886 das Haus mit der Gaststätte „Lustiger Seehund" und rief 1888 eine Badekommission ins Leben. Damals wurden auf der ganzen Insel 65 Gästebetten angemeldet — 18 davon in Steenodde. Erst danach entwickelten sich der Badeort Wittdün und die Seehospize in Norddorf. Das einsame Haus am Ostufer gilt deshalb als die eigentliche Wiege des Fremdenverkehrs auf Amrum.

Der alte Hafen

Steenodde war der erste Hafen der Insel. Der Ort besitzt eine eigene, befahrbare Mole, und kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier die erste Amrumer Landebrücke für den Fracht- und Personenverkehr. Über lange Jahre war Steenodde der einzige Hafenort Amrums, bis Wittdün diese Rolle als wichtigster Fährhafen übernahm. Zeitweise war Steenodde sogar Heimathafen der Autofähre, die bis etwa 1985 auf der Linie Schlüttsiel–Hooge–Langeneß–Wittdün–Steenodde verkehrte.

Heute ist der Hafen ruhiger, aber nicht stillgelegt: An der Mole werden weiterhin Güter umgeschlagen, vor allem Brenn- und Baustoffe, und an der Steganlage daneben liegen Sportboote und kleinere Schiffe. Bei Flut schaukeln die Boote im kleinen Hafen — ein Bild, das den maritimen Charakter des Ortes bis heute prägt. Direkt am alten Hafen liegt mit dem Likedeeler zudem ein Restaurant, das seit 1989 eine Institution auf der Insel ist und friesische Küche mit Blick aufs Wattenmeer serviert.

Zu diesem Bild gehört auch Amrums einziger Krabbenfischer. In den Sommermonaten verkauft er fangfrische Krabben und Fisch; seinen Verkaufsstand findest du allerdings inzwischen im benachbarten Süddorf und nicht mehr an der Mole von Steenodde.

Das Molenfest und der Segelverein

Einmal im Jahr wird es lebendig in Steenodde. Beim traditionellen Molenfest, dem maritimen Sommerfest des Amrumer Segel- und Regattavereins (ASRV), treffen sich Einheimische und Gäste zu Musik, gutem Essen und Beisammensein am Wasser. Der Verein nutzt an der Mole eine Strandfläche, um Jollen und Katamarane zu lagern und aufzutakeln.

Ein besonderer Höhepunkt des Festes ist die legendäre Papierboot-Regatta, bei der selbstgebaute Boote aus Papier gegeneinander antreten. Und noch etwas gibt es nur beim Molenfest: Dann lässt sich der im nahen Seezeichenhafen stationierte Seenotrettungskreuzer der DGzRS besichtigen.

Wattenmeer und Ruhe

Steenodde liegt unmittelbar am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Vor der Tür wechseln sich Ebbe und Flut ab, auf dem Deich kommen und gehen die Spaziergänger, und rund um das Dorf laden Bänke mit Blick über das Watt zum Verweilen ein. Von hier aus starten ruhige Wattwanderungen, und die Sonnenaufgänge über dem Watt gehören zu den schönsten Momenten eines Urlaubs an der Wattseite. Bei ablaufendem Wasser reicht der Blick weit über die Wattflächen, die als Teil des Nationalparks und des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer zu den artenreichsten Lebensräumen der Nordseeküste zählen.

Wer die Weite mag, ist in Steenodde richtig — und hat trotzdem den kilometerbreiten Kniepsand an der Westseite mit dem Rad in wenigen Minuten erreicht.

Für wen sich Steenodde eignet

Steenodde ist die richtige Wahl, wenn du tiefe Ruhe und maritimes Flair suchst: ein winziges Dorf am Watt, mit Hafen, Deich und viel Himmel. Wer gern radelt, das Wattenmeer liebt und abends einfach seine Ruhe haben will, ist hier genau richtig. Für Geschäfte, eine Promenade und die direkte Busanbindung sind Wittdün oder Nebel besser geeignet — Steenodde ist bewusst der stille Gegenentwurf.

Die Auswahl an Unterkünften ist hier naturgemäß klein — ein paar reetgedeckte Häuser, mehr nicht. Eine Ferienwohnung in Steenodde oder Umgebung findest du am ehesten über die Inselsuche.

Wenn dich diese Ruhe am Wattenmeer reizt, ist Steenodde ein besonderer Ort für ein paar stille Tage. Weil das Dorf so klein ist, lohnt sich der Blick auf das gesamte Inselangebot: Ferienwohnungen und Ferienhäuser auf Amrum findest du beim Amrum Appartement Centrum — mit über 130 Unterkünften auf der ganzen Insel ist auch für ruhesuchende Gäste das Passende dabei.

Häufige Fragen zu Steenodde auf Amrum

Wo liegt Steenodde auf Amrum?

Steenodde liegt an der Ostküste der Insel, direkt am Wattenmeer, rund anderthalb Kilometer östlich von Süddorf und zwei Kilometer nordwestlich von Wittdün.

Ist Steenodde wirklich das kleinste Dorf Amrums?

Ja. Mit rund 70 Einwohnern ist Steenodde der kleinste Ort der Insel. Es ist ein Ortsteil der Gemeinde Nebel, ebenso wie Süddorf.

Was bedeutet der Name Steenodde?

„Steenodde" heißt übersetzt „Steinspitze". „Odde" ist das dänische Wort für eine schmale Landzunge, „Steen" bedeutet Stein — ein Hinweis auf die vielen Steine und Findlinge an der Küste.

Wo steht das älteste Haus Amrums?

In Steenodde. Das 1721 erbaute Haus der früheren Gaststätte „Lustiger Seehund" ist das älteste erhaltene Wohnhaus der Insel und kann heute als Ferienwohnung gebucht werden.

Warum gilt Steenodde als Wiege des Amrumer Tourismus?

Noch vor der Gründung Wittdüns kaufte 1886 der Architekt Ludolf Schulze-Waldhausen das Haus „Lustiger Seehund" und richtete 1888 eine Badekommission ein. Damit begann der organisierte Fremdenverkehr auf Amrum in Steenodde.

Hat Steenodde einen Hafen?

Ja. Steenodde war der erste Hafen Amrums und besitzt eine eigene, befahrbare Mole. Heute werden dort Güter umgeschlagen, und Sportboote sowie kleinere Schiffe liegen an der Steganlage.

Kann man in Steenodde frische Krabben kaufen?

Amrums einziger Krabbenfischer bietet in den Sommermonaten fangfrische Krabben und Fisch an. Sein Verkaufsstand befindet sich inzwischen allerdings im benachbarten Süddorf, nicht mehr an der Mole von Steenodde.

Was ist das Molenfest von Steenodde?

Das maritime Sommerfest des Amrumer Segel- und Regattavereins (ASRV) mit Musik, Essen und der beliebten Papierboot-Regatta. Beim Molenfest kann außerdem der Seenotrettungskreuzer besichtigt werden.

Welche prähistorischen Sehenswürdigkeiten gibt es?

Rund um Steenodde liegen der Dolmen Steenodde (ein steinzeitliches Hünengrab), der Esenhugh — mit 4,7 Metern der größte bronzezeitliche Grabhügel Amrums — und ein wikingerzeitliches Gräberfeld.

Fährt der Inselbus nach Steenodde?

Nein. Der Inselbus fährt auf seiner Strecke alle Dörfer außer Steenodde an. Den Ort erreicht man am besten mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto.

Gibt es in Steenodde Geschäfte oder ein Restaurant?

Geschäfte gibt es in Steenodde nicht — zum Einkaufen fährt man ins nahe Nebel oder nach Wittdün. Ein Restaurant gibt es aber: Der Likedeeler am alten Hafen ist seit 1989 eine Institution und serviert friesische Küche mit Blick aufs Wattenmeer.

Wie kommt man von Steenodde an den Strand?

Steenodde liegt an der Wattseite. Der große Sandstrand am Kniepsand auf der Westseite der Insel ist mit dem Rad in wenigen Minuten erreichbar.

Für wen eignet sich ein Urlaub in Steenodde?

Für alle, die tiefe Ruhe und maritimes Flair suchen: ein winziges Dorf am Watt mit Hafen und Deich. Für Geschäfte und Trubel sind Wittdün oder Nebel besser geeignet — Steenodde ist der stille Gegenentwurf.

Veröffentlicht vom Amrum Appartement Centrum